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Staatliches Museum für Palecher Kunst

Palech, Bakanov-Strasse, Haus Nr. 50
gmpi@mail.ru

Zum Staatlichen Museum für Palecher Kunst (Gosudarstvennyj muzej palechskogo iskusstva, GMPI) gehören fünf Museen: Das Museum für Lackminiaturen, Das Hausmuseum P.D. Korin, Das Hausmuseum der Werkstatt N.V. Dydykin, das Hausmuseum I.I. Golikov, das Hausmuseum N.M. Zinovʹev im Dorf Djagilevo. In erster Linie sollen alle diese Museen Palech als Zentrum der Volkskultur vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart vorstellen. Sie sollen auf die genuine Bedeutung des in der dörflichen Provinz lebenden Menschen hinweisen, auf seine schöpferische Natur, die Tiefe seiner Seele und auf seinen Glauben an moralische Werte. Das Staatliche Museum für Palecher Kunst wurde am 13. März 1935 zur Feier des zehnjährigen Bestehens der Genossenschaft für Alte Malerei eröffnet.

Heute umfasst die Sammlung des Museums über 13500 Objekte. Die Basis der Sammlung bilden Lackminiaturen und Graphiken der Palecher Künstler. Eine bedeutende Rolle bei der Entstehung dieser einzigartigen Sammlung spielte der erste Direktor des GMPI, German Vasilʹevič  Židkov.  Auf seine Initiative kam in den 1930-er Jahren eine grosse Anzahl von Arbeiten mit Puškin-Themen ins Museum, angefertigt von führenden Palecher Künstlern. Die Besten unter diesen waren Das Märchen vom Fischer und dem Fischlein von I.I. Zubkov, die Schatulle Das Märchen vom goldenen Hahn von I.M. Bakanov, das Kästchen Das Märchen vom Zaren Saltan von A.V. Kotuchin und Dämonen von I.P. Vakurov.

In den 1930-er Jahren begann mit der Gründung einer Abteilung für vorrevolutionäre Palecher Kunst der Aufbau einer Sammlung altrussischer Malerei. Deren Bestand wurde erweitert durch Akquisitionen im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Expeditionen, durchgeführt von Mitarbeitern aus Museen des Bezirks Ivanovo. So befinden sich im Staatlichen Museum für Palecher Kunst alte Werke der Rostov-Suzdaler Ikonenmalerei: Nikolaus der Wundertäter mit Szenen aus dem Leben, Ende des 14. Jahrhunderts und Die Verkündigung an die Gottesmutter, Anfang des 15. Jahrhunderts. Die Basis der Sammlung altrussischer Kunst bilden Ikonen der Palecher Schule des 17. bis 20. Jahrhunderts. Heute umfasst die Kunstsammlung altrussischer Malerei des GMPI an die Tausend Ikonen, mehr als 1500 Vorzeichnungen für Ikonen sowie Gegenstände angewandter Volkskunst (kupferne und silberne Oklade, kupferne Gusserzeugnisse, Spinnrocken, Stoffe, Holzschnitzereien, Inkunabeln).

Unter den Exponaten des Museums befinden sich auch russische und westeuropäische Malereien. Es sind Werke italienischer, holländischer, französischer und deutscher Meister des 16. bis 19. Jahrhunderts, sowie russische Malerei aus der zweiten Hälfte des 14. bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Der Fischer von I.A. Pelevin, Landschaft mit Wolken von F.A. Vasilʹev, Ustʹ-Kajva von P. Vereščagin, das Portrait eines jungen Mädchens eines unbekannten russischen Künstlers aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Portraits der Bauern Mišurov des akademischen Malers N.N. Charlamov, aber auch Arbeiten von P. Končalovskij, A. Kuprin und A. Fondizin. Im GMPI befindet sich eine der bedeutendsten Sammlungen von Gemälden aus dem Schaffen von Aleksej und Andrej Korin.