Artpalekh.ch / Palech in vergangenen Tagen

Palech in vergangenen Tagen

Im Jahr 2009 starteten die Palecher Aleksandr Kurkin und Nikolaj Kovalev unter dem Namen Kakim byl Palech (So war Palech) ein Projekt, dessen Ziel die Erforschung und Dokumentation der Geschichte des Malerdorfes ist. Das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten bieten den Initianten eine ideale Plattform, ihre Idee umzusetzen und Ergebnisse interessierten Menschen auf eine einfache Art zugänglich zu machen.

In seinem Aufsatz Palech in vergangenen Zeiten – Ein Projekt von Aleksandr Kurkin und Nikolaj Kovalev beschreibt Aleksandr Kurkin die Idee und das Konzept des Projektes Kakim byl Palech wie folgt:
“Palech ist ein kleines Städtchen, in dem sich nicht einmal die Kinder verirren können. Alles ist bekannt, es gibt selten Überraschungen. Und seine Vergangenheit? Weil diese untrennbar mit der Ikonenmalerei verbunden war, erfuhren wir sowjetischen Kinder der 1980er Jahre wenig Genaues darüber. Vielleicht waren uns selbst damals auch andere Dinge wichtiger. So war es ein Zufall, der mich nachdenklich werden liess.
Eines Tages führte die Lehrerin unsere Klasse in das Haus-Museum des bekannten Bildhauers Nikolaj Dydykin. Ich wusste damals nicht einmal, dass ein solches Museum existierte. Das kleine Haus aus Ziegelstein, an das man eine Bildhauerwerkstatt angebaut hatte, befindet sich inmitten eines Häuserblocks und ist von der Strasse aus nicht sichtbar. Die Innenräume, die ausgestellten Objekte, die das geheimnisvolle Haus umgebenden riesigen Linden, all das machte damals einen nachhaltigen Eindruck auf mich. Eine grosse Begeisterung erfüllte mich – ein Zauber, den ich noch heute spüre.
Damals begann sich meine Vorstellung von Palech zu ändern, mein Interesse an seiner Geschichte war erwacht...1)

Auf ihrer Website artpalekh.ru präsentieren die Initianten des Projekts Fotoalben, Amateurfilme und andere Dokumente zu Palechs Vergangenheit. Dabei kooperieren sie mit dem Staatlichen Museum für Palecher Kunst sowie mit Privatleuten aus Palech und anderen Orten. Menschen, die aus Palech weggezogen sind, bieten spontan ihre Mitarbeit an oder stellen dem Projektteam bereits verloren geglaubte Fotografien und andere Dokumente zur Verfügung.

Auf unserer Website artpalekh.ch wollen wir in der Rubrik Palech in vergangenen Zeiten mit Unterstützung durch Kakim byl Palech ausgewählte Fotoalben, Amateurfilme und Texte vorstellen.

  1. Eva Haustein-Bartsch und Felix Waechter: Mythos Palech – Ikonen und Lackminiaturen, Druckverlag Kettler GmbH, Bönen 2010, S. 45- 51.